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Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Name ist Romana Steiner und ich habe einen Verein zur tiergestützten Therapie. Vor zwei Jahren habe ich einen ausgebildeten Partner-Hund übernommen, der aber wegen einer
Ellenbogen-Dysplasie nicht an einen Behinderten weitergegeben werden konnte. Da ich selbst als Behinderten-Assistentin mit behinderten Kindern arbeite, habe ich ihn zu dieser Arbeit mitgenommen.
Voriges Jahr habe ich den Verein TMH-Team Mensch&Hund
gegründet, und ging mit ihm ins Odilienistitut zu mehrfach schwerstbehinderten Kindern, da er diese Arbeit sehr liebt. Auf der Suche nach einem zweiten Hund für diese Arbeit, hörte ich
von einer Bekannten von einer Golden-Retriever-Hündin (Bella, links im Bild), die von einer Tötungsstation in der Slowakei gerettet wurde. Von der privaten Tierauffangstation in Nitra kam
sie über Vermittlung von Herrn Ludwig zu Frau J. in die Steiermark. Ich nahm Kontakt zu Frau J. auf, die mir erzählte, dass sie trotz aller Bemühungen keine Beziehung zu der Hündin
aufbauen konnte. Sie machte mit Bella eine Familien-Therapieausbildung, doch Bella (jetziger Name Isis) reagierte auf gar nichts, fraß sehr schlecht, konnte auch nicht zum Spielen animiert werden.
Nachdem Isis zweimal ausgebüchst war (sie wollte ständig abhauen, um zu jagen), hat sich Frau J.
schweren Herzens entschlossen, den Hund abzugeben. Mein Labrador-Rüde Quintus war bei der ersten Begegnung mit Isis bei Frau J. schwer begeistert und auch Isis hat sofort mit ihm gespielt.
Ich meinerseits hatte Bedenken, ob diese Hündin als Therapiehund geeignet sein würde. Doch ich vertraute Quintus und Isis stieg in unser Auto, als ob sie auf uns gewartet hätte.
Doch auch nach ein paar Wochen Bemühungen, konnte ich sie nicht ermuntern, zu spielen oder
Leckerlis anzunehmen. Quintus war der Einzige, auf den sie reagierte. Sie fraß weiterhin sehr wenig obwohl ich sie per Hand fütterte. In der ersten Woche bei uns ging sie zweimal stiften (aus einem
eingezäunten Garten). Nach zwei Monaten entschloss ich mich, sie kastrieren zu lassen. Bei der OP wurde dann festgestellt, dass ihr Darm um die Gebärmutter gewickelt war. Sie musste eine Kolik
gehabt haben und sie hätte jeden Augenblick einen Darmverschluss haben können.
Nach der OP ging es dann wirklich bergauf. Da sie vorher ständig Schmerzen hatte (beim Fressen noch
mehr) erholte sie sich jetzt zusehends und ich konnte auch anfangen mit ihr über Leckerlis zu arbeiten, um eine Bindung aufzubauen.
Einen Monat später begann ich mit ihr die Therapie-Ausbildung. Zum unserem großen Glück hatten wir einen Ausbilder (das Hundezentrum Niederl, Hr. Niederl machte mit ihr auch schon die
Familien-Therapie-Ausbildung), der Sponsoren für die Ausbildung fand. Während dieser Zeit ging sie auch schon mit Quintus mit zur Hundetherapie.
Da sie eine sehr sanfte und liebevolle Hündin ist und Kinder sehr mag,
funktionierte das von Anfang an sehr gut. Da diese Kinder schwerst körperlich und geistig behindert sind, ist diese Arbeit auch für den Hund
Schwerstarbeit. Da die meisten spastisch sind und keine bewusste Kontrolle über ihre Motorik haben, sich im Fell festkrallen und auch (für einen Hund)
ungewöhnliche Laute von sich geben oder schreien, ist es wichtig, dass ein Hund diesem Stress auch gewachsen ist. Doch Isis hat auch diese Hürde
super gemeistert, hat keine Berührungsängste und macht ihre Arbeit mit derselben Hingabe wie Quintus. Wir haben die Ausbildung in vier Monaten
geschafft und sie freut sich jedesmal, wenn wir zu den Kindern fahren oder auch mal ins Altersheim.
Für die Zukunft würde ich gerne Schulprojekte machen und mein größter Wunsch ist, ins Krankenhaus (Onkologie und Kinderpsychiatrie) zu gehen.
Mein Verein basiert auf Mitgliedsbeiträgen und Spenden und ein solches Projekt ist zur Zeit noch nicht finanzierbar.
Ich habe ihnen geschrieben, denn vielleicht hilft dies anderen Menschen, sich für einen Hund zu
entscheiden, der so vieles durchgemacht hat, von Menschen nichts positives erlebt hat und jetzt trotzdem den HÃlflosesten und Ärmsten durch seine Liebe und Hingabe dient.
Alles Liebe und Gute für ihre unermüdliche Arbeit
Romana Steiner
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