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Unsere Hilfe  2009 Gr

Poligiros, 1. bis 7. Oktober.

Dies ist der Bericht über meinen siebentägigen Besuch bei Rebecca und ihren Tieren.

Von Donnerstag den 1. 10. bis Mittwoch den 7. 10. war ich zu einem Kontroll- und gleichzeitig Unterstützungsbesuch bei Rebecca. Geschlafen habe ich in einem der kürzlich fertig gestellten Zimmer im Haus von Rebeccas Mutter.
Ich traf nicht nur Rebecca an, sondern auch die Tierfreundin und Helferin Lisa aus Deutschland. Es zeigte sich wieder sehr deutlich, dass eine gute Versorgung aller Tiere nur möglich ist, wenn 3 Personen zusammen arbeiten. Was heisst, dass, wenn Rebecca alleine alles erledigen muss - das ist das Versorgen der Tiere, über die Fahrten zum 70km entfernten Flughafen, bis zu den vielen Telefonaten und der Beantwortung der mails - nicht alles optimal durchgeführt werden kann.
Nun, wir 3 haben eine gute Teilung der Aufgaben getroffen, Lisa versorgte die 5 Pferde und 6 Esel sowie die Katzen, ich die 27 Hunde im großen Gehege, die 2 ganz oben im Zwinger (Pointer und kleines Mischlingsweibchen) und erledigte viele handwerkliche Tätigkeiten, wie Elektroinstalationen erweitern, rinnende Wasserauslässe abdichten, Gasherd reparieren, fuhr um Hundefutter, usw. und Rebecca nahm sich der Welpen und der sonstigen Tiere an und brachte täglich die von einer Supermarktkette aussortierten Lebensmittel ins Lager und erledigte die oben angesprochenen, von uns Mitteleuropäern oft als unbedeutend betrachteten Tätigkeiten, telefonieren, mails beantworten usw.

Die meisten Hunde sind normal ernährt, die erst seit kurzem im Lager sind, sind teilweise sehr mager. Aber das wird sich auch zum Besseren ändern. Die Pferde und Esel schauen auch nicht schlecht aus.

Da das Wasser am Sonntag zu Ende war, ersuchte Rebecca den Bauern, der das Wasser mit einem Traktor mit Tankanhänger bringt, gleich am Montag früh zu kommen. Da wurde mir eröffnet, dass Rebecca mit der Bezahlung von früheren Lieferungen massiv im Verzug sei. Nun gut, in Anbetracht der misslichen Lage, erklärte ich mich bereit die Schulden zu bezahlen, wenn er gleich noch zwei Tankfüllungen bringt. Nun, gleich bedeutet in Griechenland am nächsten Tag. Und das wurde auch eingehalten. Somit ist für die nächsten 3 Wochen Wasser für die Tiere und die Menschen da. Geregnet hat es während meines Aufenthaltes erstaunlicherweise auch. In der Nacht von Freitag auf Samstag sogar stark. Ich erwartete, dass im 5.000 Litertank jetzt eine Menge Wasser sein werde. Der Wasserstand war aber nur ca. 20 cm hoch und auch am Samstag und Sonntag gleich wieder verbraucht. Es muss schon tagelang ordentlich regnen um einen 5000 Litertank zu füllen. Meiner Meinung sind die Pferde und die Esel dafür verantwortlich, dass sehr viel Wasser gebraucht wird. Aber die kann man ja auch nicht dursten lassen.
Wenn jemand von Euch wen weiß, der Pferde und/oder Esel aufnehmen kann und will, dann bitte mit Rebecca Kontakt aufnehmen.

Von den 20 Welpen, die Rebecca in einer Mülltonne gefunden hat als sie ihren Müll entsorgt hat, waren einige erst 1-2 Wochen alt. Leider haben es diese Kleinen nicht geschafft. Die größeren, die wenigstens schon die Augen offen hatten, die kommen wahrscheinlich durch.

Bei Rebecca leben derzeit ca. 35 Hunde, die vermittelbar sind. Einige andere sind so scheu und ängstlich den Menschen gegenüber, dass sie nicht vermittelt werden können. Und da sind wir wieder beim oben erwähnten Problem, dass Rebecca alleine sich auch nicht so viel wie wir zu dritt mit den Hunden abgeben kann um ihnen das Vertrauen zu Menschen wieder zu geben.

Abhilfe wäre, wenn es gelänge eine/n bezahlte/n Helfer/in zu finden, der/die es bei Rebecca und der vielen Arbeit auch aushält. Da fällt mir ein, was uns Rebecca erzählte. Manche der vergangenen Helfer brauchen im Wohnwagen, in dem sie schlafen, unbedingt Licht für den Abend, denn sie möchten noch lesen bevor sie schlafen. Nun, ich habe weder Radio gehört, noch gelesen, so geschafft war ich. Und Lisa erging es gleich. Also der Rückschluss: wer noch am Abend lesen kann, hat bei Tag zuwenig gearbeitet.
Trotz aller körperlichen Anstrengungen hat mir die Arbeit bei den Hunden viel gegeben. Es war eine Freude mit anzusehen wie sich viele miteinander spielten, sich freuten wenn sie mich sahen, an mir hochsprangen, um mich abschlecken zu können, teilweise nach einem Tag auf Zuruf zu mir kamen, wie der halbwüchsige Pointer, der nur einige Tage da war. Der war stubenrein, hatte nie in seinem Zwinger seine Notdurft verrichtet. Die Fliesen waren immer sauber. Somit machte ich jeden Vormittag und jeden Abend einen Spaziergang ins Gelände um ihn das Lösen zu ermöglichen und seine Stubenreinheit für die nächsten Besitzer zu erhalten! Er wurde von einem Menschen auf die Straße gesetzt, weil er an Pölster und Teppiche knapperte, wenn er den ganzen Tag alleine zu Hause war.
Das ist einer der Griechen, die einen Hund wegen einer Kleinigkeit auf die Straße schmeißen und damit die Streunerproblematik erzeugen – vergrößern. Gäbe es keine Streuner, bräuchte man auch keine Menschen wie Rebecca, würde der griechische Staat gemäß seinem eigenen Tierschutzgesetz handeln, bräuchte man sie auch nicht. Daher verstehe ich Schreiber von mails nicht, die sich über Rebeccas Unzulänglichkeiten beschweren, nicht jedoch über die Zustände in Griechenland, die zu den entsetzlichen Verhältnissen führen, in denen Hunde aber auch Katzen auf der Straße dahinvegetieren müssen!

Rebecca sagte mir zum Abschied, dass sie noch nie eine so fleissige und versierte Helferin hatte wie Lisa.
Vielleicht gelingt es uns in der nächsten Zeit noch einige Lisas zu Rebecca lotsen zu können.

 

Was aber sofort und in den kommenden Monaten zu erledigen ist: 

In vielen Zwingern werden neue Unterkünfte, Hunde-Iglus, benötigt, weil die jetzigen, schon viele Jahre alt, verwittert, gebrochen, und somit unbrauchbar geworden sind. Für 7 dieser Iglus haben wir Rebecca Geld (aus dem Flohmarkterlös) gegeben. Die sind schon bestellt! 10 weitere müssen noch gekauft werden! Ein großer XL Iglu (für Schäfer und ähnliches) kostet ca. 200,- Euro plus Versandkosten, die Größe L kostet 180,- Euro, plus Versand.

Infos unter: http://sauerlandshop.de/hundezwinger/product_info.php?produc ts_id=488&osCsid=387d590a745a3df4e2483857f67433ed

 

Weiters muss ständig Futter, Wasser und Medizin für alle Tiere gekauft werden!

Bitte helfen Sie uns, das Alles beschaffen zu können. Danke!

Franz Ludwig
 

Rebecca, April - September

Im Bild links sehen wir Rebecca mit einem Teil ihrer Esel. Derzeit sind es 6 Tiere. Wie wir sehen bekommt Rebecca vom Bäcker wenigstens zeitweise Brot für die Tiere. Wir schicken regelmäßig Geld für Heu, das zugekauft werden muss.

Durch die Esel bekommt Rebeccas „animalfarm“ direkt einen bäuerlichen Charakter.

Aber die Hunde sind nach wie vor in der Überzahl. Ca. 60 Hunde leben derzeit bei Rebecca. Da auch hier die Hunde unterfordert sind, geht manches kaputt. So auch die Hundehütten und Unterstände. Natürlich trägt auch die kräftige griechische Sonne Schuld an manchen Schäden.

Ein Großteil der Hütten müssen auch hier erneuert werden. Aber hier sind die Umstände anders als in Nitra. Die griechischen Winter sind nicht zu vergleichen mit denen in Mitteleuropa. Es friert auch hier in Rebeccas Tierlager, aber nur für wenige Tage im Jahr. Daher brauchen Hütten keine großartige Isolierung. Wasser- und winddichte Wände und Dach sind notwendig. Das Dach etwas vorspringend, damit die Hunde im Sommer einen Schatten vorfinden. Aber auch einfache Hütten kosten Geld. Einen Teil der Kosten dafür haben wir schon an Rebecca überwiesen. Bitte helfen Sie uns, dass wir vor dem Winter auch hier entsprechend helfen können.

Wenn Sie „Rebecca Hundhütten“ bei Zahlungszweck schreiben, führen wir Ihre Spende diesem Vorhaben zu.

Rebecca, März – April

Nach wie vor haben die griechischen Behörden keine Entscheidung getroffen, wie und vor allem wann das zu Unrecht konfiszierte Grundstück von Rebecca zurück in Eigentum übertragen werden soll.

Die Behörden agieren mit gleicher Langsamkeit. mit der sie es Rebecca bescheinigten, dass sie keine Schuldnerin ist.

Rebecca kümmert sich trotzdem mit gleicher Hingabe wie immer um eine Hundeschar von 60 Hunden und eine ebenso große Anzahl von Katzen.

Darüber hinaus hat Rebecca wieder eine Kastrationsaktion gestartet, um die Vermehrung der Straßenhunde und der herrenlosen Katzen einzudämmen. Jetzt ist die Zeit in der man verhindern kann, dass die Herbsthundchen gezeugt werden. Daher fand diese Kastrationsaktion in der 2. Aprilhälfte statt. Mit viel Erfahrung und Geduld fing Rebecca die herrenlosen Hunde in ihrer Umgebung ein und brachte sie zu den Tierärzten. Von Katzen, die viel schlauer sind als Hunde konnten nur 5 eingefangen werden. Die anderen waren weg, als sie sahen, was da passiert! Mitteleuropäische Tierärzte führten die Kastrationen auf einem Privatgrundstück einer Tierfreundin (nicht bei Rebecca!) durch, untersuchten die Tiere und behandelten sie auch gleich, wenn notwendig und medizinisch machbar. Es wurden ca. 75 Hunde und 5 Katzen kastriert. An den Kosten haben wir uns kräftig beteiligt.

Rebecca erzählte mir am Telefon, dass die Operationen so schonend durchgeführt und entsprechende Medikamente gegeben wurden, so dass die Tiere nach dem Aufwachen nahezu schmerzfrei waren. So wie wir es von unseren Ärzten bei Operationen an unseren eigenen Tieren gewohnt sind. Leider wird dies bei griechischen Tierärzten oft nicht in gleicher Weise durchgeführt!

Jetzt gibt es auf Rebeccas „staatlichem“ Grundstück wieder Gras, das die Esel und Mulis fressen. Trotzdem muss zugefüttert werden, da es nicht ausreicht. Wir sorgen dafür!

In den vergangenen Monaten hat es leider wieder so wenig geregnet, dass die Quelle noch immer kein Wasser gibt. Rebecca muss es weiter im Tankwagen kaufen.

Bitte helfen Sie uns Rebecca zu helfen. Danke sagt Franz Ludwig

 

Rebeccas Tierlager in Poligiros/Griechenland, Dezember 2008 bis März 2009

Im Dezember haben wir in unseren Internetseiten geschrieben, dass Rebecca ganz besondere Erfahrungen mit den Behörden machen musste. Hier ein Auszug daraus:

Es ist schon 3 Jahre her, dass nach einer anonymen Anzeige eine überfallsartige Durchsuchung der Unterkünfte für Mensch und Tiere auf Rebeccas Grundstück durchgeführt wurde. Gesucht wurden Tier-Medikamente, die in Griechenland nicht zugelassen sind. Die Polizei wurde fündig, bei einem Narkosemittel, das beim Kastrieren von Hund und Katz notwendig ist. Das hatte offenbar ein Tierarzt zurückgelassen, um es bei den nächsten Kastrationen wieder zu verwenden. Weil es leicht ist, die Kleinen ordentlich zu bestrafen, brummte man Rebecca eine Strafe von 6.000,- auf. Bei Ratenzahlung 6.880,-. Rebecca kam ordentlich in Verzug mit den Zahlungen. Braucht sie doch alles was sie hat und an Spenden bekommt für die Tiere. Im März 2008 kam eine letzte Mahnung und Rebeccas Schwester bezahlte die Schuld. Allerdings, typisch griechisch, etwas nach der Frist.

Alles schien in Ordnung zu sein, bis im September der Gerichtsvollzieher kam, um Rebeccas Grundstück zu vermessen. Warum?? Wir werden ihr Grundstück beschlagnahmen, weil nicht bezahlt wurde. Wir haben ja bezahlt! Geht mich nichts an! Und so geschah es auch. Im Dezember 2008 wollte das Finanzamt dann nochmals die 6.880,- Euro haben. Erst nach längeren Diskussionen fand man den Akt, wo stand, dass schon bezahlt worden war!! Im Jänner 2009 bekam es Rebecca dann trotzdem amtlich, dass sie auf Staatsgrund sitzt. Seither denkt das Finanzamt nach, auf welche Weise das Grundstück wieder in den Besitz von Rebecca zurück überschrieben werden kann, weil sie eingesehen haben, dass auch ein Fehler von amtlicher Seite vorliegt.

Wir werden über den Ausgang dieser unerfreulichen Sache berichten.

Es waren aber noch 643,- Euro an Grundsteuer für das Vorjahr offen. Die Begleichung dieser Schuld haben wir übernommen. Auch haben wir wieder die Futterkosten für die Huftieren, die geretteten Mulis und Esel, bezahlt.

In den vergangenen 3 Monaten war es auch in Nordgriechenland bei Rebecca recht kalt. Es gab Schnee und Eis. Dann wieder viel Regen. Das lässt uns aber auch hoffen, dass die Quelle, aus der Rebecca das Wasser entnimmt, heuer wieder aktiv wird.

Zu allem Überfluss gab der alte Transporter, ein MB Sprinter, den Geist auf. Die Reparatur würde bedeutend mehr kosten als der Wagen noch wert ist. Jetzt ist Rebecca auf der Suche nach Ersatz, denn ohne Auto kann man auch in Griechenland keinen Tierschutz betreiben. Zum Beispiel ist der Weg zum Tierarzt und zurück 60km lang, Futter muss zumeist selbst vom Großhändler geholt werden. Wir werden Rebecca unterstützen, wenn sie einen brauchbaren Transporter gefunden hat.

Aber über all diese Unannehmlichkeiten hinaus opfert sich Rebecca nach wie vor für die von ihr geretteten Tiere auf, wie für diese Hundefamilie (Bild rechts), die sie rettete. Wir unterstützen Rebecca tatkräftig, dank Ihrer Hilfe.