Weinviertel/Marchfeld April bis Oktober 2011:
Frau Stummer hat uns folgenden Bericht gesendet. Wir sind stolz, bei dieser aufopferungsvollen Tierschutz – und Menschenschutzarbeit mithelfen zu können. Zu erwähnen wäre noch, dass die Familie Stummer selbst unzählige gerettete Tiere (zum Beispiel Ziegen,
die bis an ihr natĂĽrliches Ende hier leben dĂĽrfen, Bild links) auf ihrem GrundstĂĽck leben hat.
Lieber Herr Ludwig,
hier mein Bericht – aufgrund enormer beruflicher Belastung ist die Tierschutztätigkeit mit September rückläufig, nicht einmal theoretisch hätte ich Zeit mehr zu tun.
“In den letzten Monaten gab es zwei, von einem privaten, engagierten Tierschützerpaar organisierte Fahrten zu unserer deutschen Freundin in
Neapel. Es wurde Futter hin- und Katzen, vor allem Kranke und Babies,
hierher gebracht. Mittlerweile konnten die meisten behandelt, kastriert und sogar vermittelt werden. Ein paar Italiener sind – wie jedesmal – in den eigenen
Reihen geblieben. Solche Fahrten sollten viel öfter stattfinden, gibt es in Italien, besonders im Süden, ja keinerlei organisierten Tierschutz und die paar
engagierten Leute, meistens Ausländer, sind auf sich gestellt und meistens schon recht verzweifelt.
Hier im Weinviertel versorgen
meine Freundinnen und ich in Summe schon an die 100 Katzen, dazu kommen noch einige zu betreuende Futterplätze, wobei unsere Kapazitäten erschöpft sind und wir derzeit nicht in der
Lage sind, weitere Tiere aufzunehmen.
Zugenommen haben die Anfragen um Futterspenden – hier bin ich ständig am Verteilen. Die Probleme vor Ort
sind aber in allen Fällen bereits gelöst, die Tiere kastriert und mit Berechtigung zu bleiben ausgestattet, somit beläuft sich die Hilfe nur mehr auf das Liefern von
Futter. Die diesbezüglichen Ansprechpartner erstrecken sich vom Betreuten einer geschützten Werkstatt bis zur Sozialhilfeempfängerin, die sich ihre geliebten Tiere eigentlich nicht leisten kann und
zur alten Frau, der die Anzahl ihrer Katzen ĂĽber den Kopf gewachsen ist......
Alles jedoch nicht zu vergleichen mit den schon so oft erhaltenen Anrufen folgenden Wortlauts: “Die Katzen müssen (sofort) weg, die gehören nicht uns” usw. usw.
Wie schon seit vielen Jahren, liefert mir meine berufliche Tätigkeit, Betreuung schwieriger Kinder,
immer wieder Arbeit im Tierschutz. Etliche Babykatzen konnten in letzter Minute vor dem sicheren Tod gerettet werden, weil ein aufmerksamer junger Mensch rechtzeitig die Augen offen hatte bzw. vorher
fĂĽr die Problematik sensibilisiert werden konnte.
Erleichternd für unsere Tätigkeit ist die Tatsache, dass in unserer Nähe ein für den Tierschutz offener,
sehr netter Tierarzt seine Ordination geöffnet hat, der aktiv bei der Vermittlung von Katzen mithilft. Im äußersten Notfall springt er auch kurzfristig für die Unterbringung einzelner Tiere ein, womit uns,
die wir ja alle die Häuser bereits voll haben, sehr geholfen ist.
Weiterer Fixpunkt unserer Tätigkeit, jedoch nicht in direktem
Zusammenhang mit diesem Verein stehend, ist die Kastration von freilebenden Katzen.
Hier unterstützt uns seit vielen Jahren ein Wiener Katzenverein durch die Übernahme von Teilkosten. Es wenden sich – auch über
Vermittlung diverser Tierärzte – viele Leute an uns.
Zum Glück gelingt es in den meisten Fällen mit ein bisschen gutem Willen und funktionierender Kooperation die Probleme zu lösen.
Wir stellen Fallen und Käfige zur Verfügung, organisieren die Rahmenbedingungen bzw. führen die Gespräche mit den Operateuren,
ĂĽbernehmen teilweise Fahrten und vergewissern uns letztendlich ĂĽber den artgerechten Verbleib und Lebensplatz der Tiere.
Immer wieder sind wir auch Ansprechpartner für Probleme mit Kleintieren, seien es Vögel, Hasen,
Meerschweinchen, usw. Durch funktionierende Vernetzung mit anderen Privatinitiativen gelingt meist eine Unterbringung bei Artgenossen. Hier Aufklärungsarbeit zu leisten bezüglich der Haltung dieser
Tiere ist uns wichtig, ist es doch leider nach wie vor weit verbreiteter Usus, Kleintiere als Spielzeug fĂĽr Kinder anzuschaffen um sie dann, wie ausgedientes Spielzeug eben, auf einfachste Art wieder zu entsorgen.
Im heurigen Jahr konnten wir, auch darauf sind wir stolz, sogar einigen Nutztieren den Weg in ein
besseres Leben ermöglichen. Mehrere Hühner, Enten, Ziegen, sogar ein altes Pony konnten gut untergebracht werden und leben jetzt auf unseren privaten Gnadenhöfen.
In der Hoffnung, noch lange Kraft und Idealismus fĂĽr unseren schweren Kampf zu haben bleibt uns an
dieser Stelle nur mehr, uns bei Herrn Franz Ludwig und seinem stets großzügigem Verein für die langjährige, konstante Hilfe zu danken. Ohne die unzähligen Dosen und Trockenfuttersäckchen wäre es
uns nicht möglich, in unserer Region so vielfältig zu helfen.”
Alles Liebe und herzliche GrĂĽĂźe
Ingrid Stummer
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